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Was macht eine gesunde Beziehung aus ?

Wir Menschen interagieren ständig in Beziehung miteinander. Wenn man sich dieses Wort Beziehung genauer unter die Lupe nimmt, so fällt auf, dass das Wort „ziehen“ integriert ist. Genau dieses „Ziehen“ findet in einem Beziehungskonstrukt, egal welcher Art, ziemlich oft statt und ist nicht immer unbedingt gesund. Der eine zieht, der andere fühlt sich dahin gezogen. Gerade im Kindesalter werden wir sehr geprägt, inwieweit wir später im Erwachsenenalter auf das „Geziehe“ einer anderen Person antworten. Im Kindesalter wurde dieses Verhalten konditioniert. Unter ungünstigen Bedingungen wurde das Kind darauf gedrillt, den Erwartungen und Bedürfnissen der Erwachsenen gerecht zu werden. Schon damit beginnt eine Art Entwurzelung in dem kleinen hilflosen Menschen statt. Das Kleinkind lernt, sich nach außen zu orientieren, passt sich an, um im Gegenzug Liebe und Aufmerksamkeit zu erhalten. Zu dieser Zeit war das ein lebensnotwendiges Verhalten. Ein Kind braucht Liebe, Aufmerksamkeit, Berührung, um zu überleben. Gerade weil dies so elementar war zu überleben, hat sich dieses Programm tief in das Unterbewusstsein des heranwachsenden Menschen eingegraben. Automatisch wird im Erwachsenenalter dieses Programm weiter geführt. Ein Vorgesetzter, oder eine Person mit der wir in einer Liebesbeziehung leben, kann dieses Muster immer wieder triggern, oder aktivieren in dem etwas versprochen wird, zum Beispiel Liebe oder Anerkennung. Allerdings ist das dann jeweils an Bedingungen geknüpft, die im Gegenzug erfüllt werden müssen. Das ist dann der Deal. Die Person, die sich ziehen lässt, geht mit seiner Aufmerksamkeit aus sich heraus. Orientiert sich am Anderen, ist bemüht mit dem anderen in Beziehung zu treten, bemerkt dabei aber nicht, dass die Beziehung zu sich selber nicht vorhanden oder verloren gegangen ist. Eigene Bedürfnisse, werden so untergraben, vernachlässigt oder oft nicht einmal wahrgenommen. Das hat zur Folge, dass Energie verloren geht. Die Betroffenen fühlen sich müde, ausgelaugt. Die „Ziehenden“ fühlen sich im Gegenzug gestärkt. Das beschreibt ein Abhängigkeitsverhältnis, welches alles andere als gesund ist. Die Ursachen für diese Verhaltensweisen liegen in beiden Fällen in der Kindheit. Da ist einerseits die immer „ziehende Person“. Auf der anderen Seite die immer „bezogene“ Person. Es sind sozusagen zwei Seiten derselben Medaille von kindlichen Verletzungen. Die Seiten ziehen sich regelrecht magisch an, weil sie sich auf Grund ihrer erworbenen Konditionierungen hervorragend ergänzen. Wobei die Person, welche die andere ständig nähren muss, früher oder später auf der Strecke bleibt. Was beide Seiten gemeinsam haben, ist die Abspaltung zu ihrem wahren inneren Kern.

Die Voraussetzung für eine gesunde Beziehung ist die Fähigkeit mit sich selber in Beziehung treten zu können.

Dazu gehört die Wunden des inneren Kindes zu sehen, zu spüren, zuzulassen und sich damit zu versöhnen. Es ist wichtig, mit sich selber gut umzugehen, seine Bedürfnisse zu kennen und diese offen zu kommunizieren. Achtsamkeitsübungen sind dabei sehr hilfreich, in einen liebevollen Dialog mit sich selber zu treten, sich selber zu spüren, wahrzunehmen, und liebevoll mit sich selber umzugehen. Eine gute Übung ist es, sich jeden Tag ein paar Minuten Zeit für sich selber zu nehmen und über den Körper mit sich in Kontakt zu treten. Es gibt immer einen Ort im Körper, an dem man sich wohl fühlt. Das achtsame Verweilen an dieser Stelle führt zu einer Zentrierung und Verankerung in sich selber. Das kann ruhig über mehrere Minuten praktiziert werden. Über diesen Weg wird an innere Ressourcen angeknüpft, aus diesen jederzeit Kraft geschöpft werden kann. Das frühkindliche Muster sich ständig nach außen ziehen zu lassen, kann mit der Zeit überwunden werden. Über eine zunehmende innere Verankerung und Verwurzelung, kann man sich dem Sog des „Ziehens“ immer mehr widersetzen und bei sich selber bleiben. Selbst im Kontakt mit Menschen, die versuchen zu ziehen, kann sich die „bezogene“ Person darin üben, im eigenen Körper eine Stelle zu finden, an der ein Gefühl von „Da fühle ich mich im Moment zu Hause“ zu entdecken und damit in Verbindung zu bleiben. Das erfordert etwas Übung in dem man zuerst oder gleichzeitig mit sich selber in Beziehung tritt, bevor man dem anderen Menschen begegnet. Aber es ist sehr hilfreich....

In gesunden Beziehungen wird nicht gezogen, sondern es findet Begegnung statt.



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